Mama Balloon

Es geht um„Mama Balloon“.
Wie alt sie wirklich war weiß niemand. Mama Balloon hatte immer ein Lächeln auf den Lippen, aber das Besondere an ihr waren die Augen. Sie strahlten eine tiefe Ruhe und Weisheit aus.
Ihren Namen bekam sie, weil sie immer einen Sack voll Luftballons bei sich trug.
Mama Balloon vermietete ein paar Ferienzimmer und liebte es, ihre Gäste mit köstlichen Gerichten zu verwöhnen. Die Gäste begannen nach dem Essen immer zu strahlen und das liebte sie. Es dauerte jedoch nicht lang und bald kam wieder die Schwere in den Menschen hoch.
Das war für Mama Balloon ein echtes Problem. Sonst fühlte sie sich immer wunderbar und war dankbar für die schönen Dinge im Leben.
Es war nicht so, dass sie keine Schwierigkeiten hatte, aber sie erinnerte sich an zwei Zauberwörter die ihr ihre Großmutter immer sagte: „Wunderbar“ und „Danke“.
Das wollte Mama Balloon auch den anderen Menschen näher bringen und überlegte wie sie das anstellen soll. Da fiel ihr der Traum mit den bunten Luftballons ein, die im blauen Himmel schwebten.
Gleich am nächsten Tag kaufte sie einen Sack Luftballons und wartete auf ihren ersten Gast.
Es war eine junge Frau, die sehr erschöpft von der Reise war. Mama Balloon brachte ihr einen Tee und sagte, es sei Brauch des Hauses, vor dem Essen alle Belastungen in einen Ballon zu blasen. Man fühle sich nachher wohler und könne das Essen besser genießen. Die junge Frau war überrascht, nahm aber den Ballon und blies tüchtig hinein. Mama Balloon ermunterte sie alle ihre negativen Gefühle und Gedanken in den Ballon zu blasen. Die junge Frau – sie hieß Julia- war sehr erleichtert als sie den Ballon zuknotete. Danach sollte Julia einen Ballon in ihrer Lieblingsfarbe aufblasen und an etwas Wunderbares denken (an liebevolle Menschen, schöne Situationen, aufregende Dinge, friedliche Orte, …). Am nächsten Tag sollte Julia neuerlich einen Ballon aufblasen und alles Belastende loswerden. Anschließend hielt sie wieder den „wunderbaren“ Ballon vom Vortag und dachte wieder an all das was sie liebte und wie sich alles in ihrem Leben auf wunderbare Weise entwickelt. Julia wirkte jetzt noch freier und kraftvoller.
Mama Balloon ließ sie auch am dritten Tag dasselbe wiederholen. Dann reiste Julia ab und Mama Balloon riet ihr, jeden Tag in der Vorstellung (3x kräftig ausatmen) einen Ballon aufzublasen und damit alle negativen Gedanken und Gefühle auszuscheiden. Den wunderbaren Ballon sollte sie mitnehmen und ihn einmal am Tag in die Hände nehmen um all das „Schöne„ zu spüren. Das letzte was sie von Julia sah waren die erhobenen Daumen.
Nach zwei Monaten erhielt Mama Balloon eine Karte von Julia. Sie schrieb, es gehe ihr großartig, alles entwickle sich sich geradezu wunderbar. Der Wunderballon sei noch immer groß und rund. Die Ausscheideballons sind schon lange geschrumpft.
Mama Balloon hatte viele weitere Ballon-Experimente gemacht und sie wusste nun, dass Ballons, in die negative Gedanken und Gefühle ausgeschieden wurden, sehr schnell schrumpften.
Ballons die mit wunderbaren Gedanken aufgeladen waren hatten jedoch eine andere Qualität. Sie hielten die Luft sehr lange und waren leicht.
Viele kamen daher zu Mama Balloon um sich „leichter“ zu fühlen.
(Quelle: Hedy Lötscher-Gugler)