„für mich ist der Zug abgefahren“

sagte kürzlich ein Freund zu mir. Was meinte er? Dass er im Leben nichts mehr zu erwarten hat? Aber vielleicht hatte er doch Recht – auf seine Weise. Der Zug, auf den er immer gewartet hatte, ja der ist wohl abgefahren. Vielleicht kommt auch dort, wo er sich gerade befindet, nie wieder ein Zug vorbei. Wozu dann weiter an dieser Stelle auf einen Zug warten, der nie kommt? Ich finde das Bild spannend. Mittlerweile gibt es ja eine Menge Bahnhöfen, wo nie mehr ein Zug anhalten wird. Aber niemand sagt, dass ich auf einem verlassenen Bahnhof den Rest des Lebens verbringen muss – außer, ich habe es so gewählt. Es ist so ein bisschen wie: das haben die Leute nun davon, dass ich hier festsitze, warum schicken sie auch keinen Zug vorbei. Die Initialzündung, diesen Ort zu verlassen, wird nicht von Außen kommen. Der Wunsch ist immer schon in mir da. Ich müsste einfach nur den ersten Schritt tun? So einfach?

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